MORE THAN ONE AND A HALF DECADE OF SOPHISTICATED GROOVES !
Die Tür öffnete sich nur einen Spalt. Schemenhaft sieht man den schwarz-glänzenden Lauf einer Waffe. Dann feuert der Unbekannte die Gaspistole ab: Eine kreischende Barfrau, der wütende Geschäftsführer und verwirrte Gäste stürzten ins Freie: Willkommen im Club Le Fonque, im April 1995 !

Die Botschaft des Pistoleros war eindeutig: Keine Yuppies in der Schanze! Moment mal, wie bitte? Das Le Fonque ein Treff der Schicki-Elite? Nein, das war es natürlich nie. Aber damals wurde jeder neue Laden äußerst kritisch betrachtet.

Mit dem Le Fonque entstand eine der ersten "Kuschel"-Bars in Hamburg: Softe Sofas und jedem Hauttyp schmeichelndes Licht luden zum Verweilen ein. Und noch eine Innovation: An 7 Tagen in der Woche gab es feinste DJ-Kost im Angebot - wobei der Name natürlich Programm war und ist: Hier rotiert die Plattennadel auf feinsten Funk-Platten!

Die hohe musikalische Qualität sprach sich rum: Immer mehr Musiker, DJs und Künstler fanden ihren Weg in den kleinen Laden in der Juliusstraße 33. Kenner erinnern sich: In den Anfangszeiten gab es sogar eine Tanzfläche, versteckt im Keller. Legendäre Partys fanden dort statt. Unter anderem zelebrierten Pari D., Teasin' T. und Malte den ersten regelmäßigen Jungle und Drum'n'Bass Abend der Hansestadt. Doch mächtige Basswellen und exstatische Schreie des tanzenden Publikums brachten die Nachbarn und Behörden auf den Plan, und so gab es den kleinsten Keller-Disco-Club der Stadt nur ein halbes Jahr.

Aus der Not wurde eine Tugend gemacht: Die DJs nahmen von nun an vor dem Tresen nicht nur ihre Getränke ein, sondern auch die Arbeit auf - und das Publikum dankte es ihnen, denn noch nie konnte man einem DJ so entspannt auf die Finger schauen und natürlich auch einen kleinen Smalltalk mit dem Künstler halten.

Das Le Fonque wurde Kult: Künstler wie Souljazz-Ikone rad (jetzt Keyboarderin bei Prince) spielten live im Club (Sylvester 1996). MC Lyte, Bernie Worrell (Funkadelic) oder Eric Burdon kehrten ein und jede Menge internationale DJs aus Japan, den USA und Europa stellten sich an die rotierenden Teller. Nicht zu vergessen: DJs wie Buddy (Deichkind) oder Miss Leema bekamen hier ihre ersten Bookings.


May Le Fonque be with you !